EnRoute, eine wissenschaftlich-politische Initiative, die von der Europäischen Kommission verwaltet und vom Europäischen Parlament finanziert wird, brachte 18 Stadtlabore in ganz Europa zusammen, um zu untersuchen, wie urbane grüne Infrastruktur (UGI) kartiert, bewertet und in die Stadtplanung integriert werden kann. Die Stadtlabore in Antwerpen, Dublin, Glasgow, Helsinki-Espoo-Vantaa, Karlovo, Leipzig, Limassol, Lissabon, Manchester, Oslo, Padua, Poznan, Rom, Tallinn, Den Haag, Trento, Utrecht und Valletta arbeiteten eng mit der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) zusammen, die ihr Fachwissen über kulturelle Ökosystemleistungen und Bestäubung zur Verfügung stellte und bei der Standardisierung der Indikatorberechnungen half.
Das wichtigste technische Ergebnis des Projekts war die Entwicklung und Anwendung von hochauflösenden UGI-Kartierungswerkzeugen. In Antwerpen zum Beispiel wurde das Greentool mit einer Auflösung von 10 Metern erstellt, das eine detaillierte Visualisierung von Grünflächen und wichtigen Ökosystemleistungen wie Luftreinigung, Wärmeschutz und Hochwasserschutz ermöglicht. Ähnliche Kartierungsbemühungen in Dublin haben den Wert von Feuchtgebieten im Oberlauf für wasserbezogene Dienstleistungen hervorgehoben, während die Arbeit in Glasgow UGI-Karten mit sozioökonomischen Daten kombinierte, um die Kühlung und den Hochwasserschutz in benachteiligten Vierteln zu bewerten. In allen Stadtlabors gelang es den meisten, selbst mit begrenzten Ressourcen räumliche Bewertungen von UGI und damit verbundenen Ökosystemleistungen zu erstellen. Dies zeigt die Machbarkeit des MAES-Rahmens (Mapping and Assessment of Ecosystems and their Services) auf lokaler Ebene.
Neben der Kartierung auf Stadtebene erstellte EnRoute eine kontinentweite Bewertung der UGI in fast 700 funktionalen städtischen Gebieten (FUAs) und Kernstädten. Die verwendeten Indikatoren erfassten die anthropogene Belastung, die Luftverschmutzung, die Bodenversiegelung, das Ausmaß und die Gestaltung der Grünflächen, die biologische Vielfalt, die Erholungsmöglichkeiten und die Kapazität zum Hochwasserschutz. Die Analyse ergab erhebliche Unterschiede in der Bereitstellung von UGI in den verschiedenen Stadttypen, was die Notwendigkeit maßgeschneiderter politischer Maßnahmen unterstreicht. So wurde beispielsweise festgestellt, dass die Menge an grüner Infrastruktur stark mit der Verringerung des Hochwasserrisikos und der Verbesserung der Luftqualität korreliert, während das Vorhandensein von Natura-2000-Gebieten zur Erhaltung der biologischen Vielfalt im städtischen Umfeld beiträgt.
Das Projekt untersuchte auch die politische Relevanz dieser wissenschaftlichen Ergebnisse. Alle Stadtlabore berichteten, dass detaillierte UGI-Karten zu einem Schlüsselprodukt für eine fundierte Entscheidungsfindung wurden, das die Integration von naturbasierten Lösungen in Masterpläne, Klimaanpassungsstrategien und Initiativen im Bereich der öffentlichen Gesundheit erleichtert. Die Beteiligung der GFS trug dazu bei, die Kluft zwischen wissenschaftlichen Daten und politischer Umsetzung zu überbrücken, indem sie sicherstellte, dass die Metriken für Ökosystemleistungen mit sozioökonomischen Statistiken und Planungsinstrumenten verknüpft wurden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass EnRoute gezeigt hat, dass eine hochauflösende Kartierung der städtischen grünen Infrastruktur in Kombination mit einem robusten Satz von Indikatoren für Ökosystemleistungen in verschiedenen europäischen Städten erfolgreich angewendet werden kann. Die Zusammenarbeit zwischen Stadtplanern, Wissenschaftlern und dem JRC ermöglichte die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in eine umsetzbare Politik, die die Ziele der EU in Bezug auf biologische Vielfalt und grüne Infrastruktur unterstützt und gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit und Lebensqualität in den Städten verbessert.
